Dinamo…Dinamo Rīgaaaaaaaa….

Sveiks und Привет!!!

Wir waren gestern an einem Eishockeyspiel: Playoff Viertelfinale der KHL (oberste russische Liga, in der auch Dinamo Rīga spielt): Dinamo Rīga gegen Dynamo Moskau, es war unglaublich!!! Aber zunächst möchte ich mich bei allen Eishockeyfans entschuldigen, falls mir bei irgendwelchen Schilderungern fachliche Fehler unterlaufen (aber immerhin kenn ich schon das Eishockey Abseits^^).

Der Tag gestern ging erst gegen 16:00 Uhr los, Freitag war Summer Party (man muss ja zumindest mal psychologisch gegen die Kälte vorgehen) und wir haben mal wieder die Nacht durchgefeiert…(dafür war ich am Wochenende davor eine Abuela, außer Crêpes essen am Donnerstag war ich nicht weg…). Nun gut, leicht verkatert machte ich mich daran das Wohnzimmer aufzuräumen (wir besitzen jetzt endlich einen Putzplan…^^) und mich fertig zu machen.

Die Summer Party war super. Ich war zwar am Anfang allein unter 12 Spaniern, da konnte ich das mit Englisch dann auch vergessen^^. Aber ich hab mich an der Party auch sehr viel mit den männlichen Spaniern unterhalten und jetzt weiß ich endlich, wer Diego, Oscar, José, Alejandro und so weiter sind.^^ Oscar bekommt von mir jetzt Deutschunterricht, wir haben mit einem einfachen Lied angefangen: 1 2 Polizei…. 😉

18:00 Uhr wollten wir uns gestern dann zum Spiel treffen: Justin, ein US-Amerikaner mit Eishockeyvorkenntnissen, und Marie, Französin auf meinem Level, was Eishockeyfachwissen (asymptotisch gegen Null) angeht…, aber hey, 2 Teams, 2 Tore, 1 Puck, so schwer kann das nicht sein (als Zuschauer^^). Zur Sicherheit hab ich mir natürlich die Rigaer Spieler und die Website „meines Heimatclubs“ angeschaut. Ich wollte ja wenigstens ungefähr wissen, wem ich zujublen werde ;-).

Ich muss sagen, manchmal nervt es schon, Deutsche zu sein. Nicht, weil Deutschland so groß ist und hier in Lettland, im Gegensatz zu Deutschland, jeder (Student und Prof) irgendeine wichtige Rolle innehat und alle politisch, ökonomisch und kulturell wichtigen Menschen persönlich zu kennen scheint. Auch nicht wegen der Vorurteile gegen Deutsche. Nein, weil wir immer überpünktlich sind!!! Auch ich, meine Lieben!!! Ich stand also 17:47 Uhr an der verabredeten Bushaltetelle und wartete auf meine lieben Freunde, die anstatt 10 Minuten zu früh, 10 Minuten zu spät kamen. Und nach 20 Minuten bei („warmen“) -5° C beginnt frau dann doch mal zu frieren, obwohl frau die sibirischen Temperaturen (~ -20°C ) der Wochen zuvor gewöhnt war. Nun gut, so ist das dann eben. Ich muss mir echt noch mehr spanisches Temperament angewöhnen (wir kamen anstatt 22:00 Uhr, 23:30 Uhr auf der Summerparty an…alles klar?!).

In der Arena Riga dann doch noch rechtzeitig (15 Minuten vor Spielbeginn) angekommen, machten wir uns auf den Weg unsere Stehplätze zu finden, für Sitzplätze waren wir zu spät dran mit Karten kaufen. Die Stimmung war gigantisch. Schon vor Spielbeginn. Mag die Größe (ca. 11 500 Plätze) nicht mit einem theutonischen Fussballtempel mithalten können, die Stimmung der Leute kann das auf jeden Fall. Da bei Dinamo fast nur Letten sowie bei Dynamo fast nur Russen spielen, hatte das Spiel auch eigentlich Länderspielcharakter. Wenn man von den Quotenkanadiern mal absieht (ist das eigentlich eine Regel des Internationales Eishockeyverbandes, dass jedes Profiteam mindestens einen Spieler mit kanadischer Staatsbürgerschaft unter Vertrag haben muss??). Ich dachte mir gestern, als die Russen unter gellenden Pfiffen einliefen, das sich die Schalker so fühlen müssen, wenn sie im Signal Iduna Park einziehen. Oder die Madrilenen im Camp Nou. Auch das Spielen/Singen der (National-) Hymnen verstärkte den Länderspieleindruck. Ich hab gestern, so vermute ich, zum ersten Mal bewusst die lettische Nationalhymne gehört. Ich muss sagen sie ist wirklich schön und es verursacht eine richtige Gänsehaut, wenn über 10 000 Letten sie voller Inbrunst singen. Hier ein Beispiel von 2009 (sogar diesselbe Spielkonstellation), aber das kommt natürlich nicht annähernd an das Livegefühl ran: http://www.youtube.com/watch?v=fWaLL9Gyees&feature=related .

Dann ging das Spiel los. Es ging gleich richtig zur Sache und wurde von Anfang bis Ende von Fangesängen und Rufen sowie LaOlawellen begleitet (wieso sagen wir in Deutschland eigentlich: DieWellewellen???). Nach kaum 1,5 Minuten erfolgte das 1:0 für die Heimmannschaft. Die Stimmung war gigantisch. Im Laufe des Spiels sollten noch 4 weitere Tore für Riga und immerhin eines für Moskau erfolgen. Marie und ich schrien natürlich angeheizt von der Stimmung mit: „Tikai Rīga, tikai Dinamo!!!“ (heißt so viel wie: Nur Riga, nur Dinamo!!!!), „Dinamo, Dinamo Rīga“ und „Sarauj!“, was nicht wirklich übersetzt werden kann, so lettische Linguistiker 😉 .

Ich muss sagen, Moskau war definitiv die offensivere Mannschaft, Riga hat eher auf Konter gespielt. Sie konnten trotz mehrmaliger (teilweise auch doppelter) Überzahl nur ein einziges Überzahl-Tor schießen. Wofür die ganzen Strafen waren, war mir nicht immer so ersichtlich, aber die Eishockeyregeln hab ich auch erst hinterher nachgeschaut^^. Klar, das man eine Zeitstrafe für Schlägereien bekommt, konnte ich nach vollziehen. Besonders für die eine 10 Minuten vor Schluss bei dem sich die beiden Kontrahenten die Helme vom Kopf rissen. Warum die Schieris nicht früher eingegriffen haben, hat mich schon gewundert, aber den Zuschauern hat’s gefallen ;-). Es hat sich ja auch niemand ernsthaft verletzt. Ich glaube schon, dass die Moskauer eigentlich die besseren waren, also zumindest hatten sie irgendwie ein System nur das brachte ihnnen am Schluss auch nichts. Das lag vermutlich auch daran, das sie einfach nur gnadenlos ausgepfiffen wurden, sobald sie irgendwie ihr Spiel aufbauten. Wie die Rigaer letzte Woche die Moskauer in Moskau in zumindest einem der beiden Spiele schlagen konnten, ist mir schleierhaft. Immerhin ist das Stadion dort ebensogroß und wenn die russischen Fans auch nur halb so begeistert sind wie die Letten, na dann ging’s da auch zu Sache. Aber wie hab ich gelesen: Die lettischen Fans sind die besten der Welt. Die Parlamentssitzungen werden sogar für Eishockeyspiele unterbrochen. Das waren etische, keine emische Aussagen.  Nun ja, heute Abend müssen die zwei nochmal in der Riga Arena ran. Ich würde gern gehen, aber das Spiel ist ausverkauft. Das System mit zweimal hintereinander spielen an einem Wochenende hab ich noch nicht so ganz verstanden.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Tore und einem Teil der Schlägereien: http://www.youtube.com/watch?v=bA1PBlGr1yU .

Das erste wird dennoch nicht das letzte von mir besuchte Eishockeyspiel sein. Ich muss die anderen fragen, ob sie mit mir zu einem der Länderspiele gehen, die hier im April stattfinden. Da muss die Arena ja explodieren…leider spielen sie wohl vorerst nicht gegen Krievija (Russland), auch nicht gegen Vacija, wobei ich nicht weiß, ob ich dann wirklich für Deutschland jubeln könnte. Nicht das die Deutschen schlechter sind (davon hab ich keine Ahnung…), aber ich hätte vor einer körperlichen Ausseinandersetzung mit dem lettischen Mädchen, das beim Spiel neben mir stand, durchaus berechtigte Angst.

Bilder und vor allem das Video des Einzuges der Spieler (das ich hier leider nicht hochladen kann) hab ich leider nur vor dem Spiel gemacht, während des Spieles war ich einfach zu gespannt…

Ansonsten ist nicht viel zu berichten, wir haben jetzt endlich Russischunterricht (der Test fiel für meine große Unkenntnis relativ gut aus: A2/B1 Kurs!). Macht viel Spaß und ist sehr anwendungsorientiert, bisher haben wir über Essen geredet (еда). Das bedeutet jetzt natürlich doppelt Vokabeln lernen und natürlich weiterhin schön brav immer Texte lesen und Präsentationen vorbereiten^^…

Ach und wir machen bei Social Erasmus mit, das heißt wir werden in eine Schule gehen und den Abiturienten über Studium, Erasmus und Deutschland berichten. Das wird ein Spaß!!!!

In diesem Sinne: Visu labu und всего хорошего!!!

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