Где мои денги?

Zu deutsch: Wo ist mein Geld?

Diese Frage kann und muss auf verschiedene Weisen beantwortet werden. Sie stammte auch ursprünglich nicht von mir, sondern von Justin. Ende der letzten Woche (Palmsonntagwochenende) war es auf jeden Fall nicht auf meinem Swedbankkonto.

Um dennoch nach Tallinn zu kommen und dort Urlaub zu machen (1 Woche Osterferien, juhuuu!!!), lieh ich mir also Sandras letzte Euros. Samstag früh fuhr ich dann auf den Spuren Livlands zusammen mit Justin, Anke und Franzi nach Tallinn. Eine wunderschöne Stadt. Die Altstadt ist sehr mitterlalterlich geprägt und damit werden die Touristen natürlich auch gelockt. Als wir nach der Busfahrt in Tallinn ankamen, waren die ersten Worte, die wir vernahmen, allerdings nicht estnisch sondern russisch, meine Reaktion war: „I’m on holidays, I don’t want to hear that language.“ Justin pflichtete mir bei. Um zu unserem Hostel zu kommen mussten wir mit der Tram in die Stadt fahren, dies war etwas kompliziert, da das Fahrscheinlösen relativ veraltet war. Aber ich „flirtete“ mit einem zweijährigen Jungen, was unseren prüden Amerikaner in Verlegenheit brachte. Aber was kann ich denn dafür, meinte ich, er hat schließlich zuerst gelächelt. Nachdem wir dann mit Rollkoffer und anderem Gepäck durch die halbe Altstadt irrten, fanden wir endlich unser Hostel. Es liegt sehr zentral und ist im Prinzip eine große Wohnung. Teuer war’s auch nicht, wer nach Tallinn will, sollte sich das Backpackers Hostel anschauen^^.

Nach dem Check-in wurden wir dann erstmal von Franzi hoch und runter durch die Altstadt geschickt. Tallinn ist nämlich auf und rund um einen Hügel (von Berg kann man mal wieder nicht wirklich sprechen^^) gebaut. Bei Besichtigung der St. Olavskirche wurde dort gerade für den Gottesdienst am Sonntag geprobt, da uns die Musik gefiel, beschlossen Anke und ich am Sonntag in die Kirche zu gehen. Wir sind auch an vielen Aussichtspunkten vorbeigekommen, von denen wir das Meer, die Sovietarchitektur und den sogenannten Business District (4 oder 5 Hochhäuser) betrachten konnten. Justin beschloss den Business District zu besuchen, wenn wir in die Kirche gehen würden. Jaja, er hat wohl ein wenig Heimweh nach amerikanischer Großstadt. Wir kamen auch bei einer orthodoxen Kirche vorbei, der Weihrauch verursachte leichtes Unbehagen bei Anke… Für mich war’s fast wie nach Hause kommen 🙂 . Später im Hostel entschieden wir, dass wir deutsch essen gehen würden. Schnitzel…ewig nicht mehr gegessen und es gab Radler. Ja. Ich weiß, ich mag kein Bier per se, aber Radler, kann frau schon mal trinken. Da wir von der Rumrennerei zu müde zum tanzen waren, beschlossen wir nach 5 Partien Tischfussball (5:0 für Anke und mich. Strike!) nach Hause ins Bettchen zu gehen, ein paar Runden „Wer bin ich?“ später schliefen wir selig ein.

Den 10 Uhr Gottesdienst schafften wir natürlich nicht, da die Dusche immer besetzt war. Aber um 12 sollte ein weiterer sein. Meine Bekreuzigung wurde von Anke erstaunt beäugt und so durfte ich lernen, dass sich Protestanten nie bekreuzigen. Diese Abtrünnigen 😉 . Der Gottesdienst war anfangs ganz gut, die popmusiknahen Lieder wurden auf eine Leinwand projeziert sodass wir mitsingen konnten. Was das auch immer bedeutet haben mag. Estnisch ist Lettisch überhaupt nicht ähnlich. Als wir dann merkten, das es ziemlich lang gehen würde und wir ständig die Hände zum „Praise the lord“ oder so ähnlich heben mussten, wurde es dann aber anstrengend. Zumal da man, wie gesagt, kein Wort verstand. Gegen Ende trat dann ein Prediger auf, der einem amerikanischen Fernsehpfarrer in nichts nach stehen würde. Anke war auch etwas verwundert, sie meinte klassisch lutheranisch war das nicht. Wie ich später durch erfolgreiche Wiki-Recherche rausfand, besuchten wir am Palmsonntag einen baptistischen Gottesdienst. Nach dem 2-stündigen Gottesdienst empfingen Franzi und Justin uns schon und wir wollten auf den Kirchturm steigen. Der Weg nach oben war ja noch ganz ok. Anstrengend, keine Frage, aber, wenn uns auf den engen Wendeltreppen keiner entgegen kam, hatte man das Gefühl der Sicherheit. Das war oben auf dem Turm verflogen, wir sind nämlich nicht im Turm sondern auf dem Dach das Turmes einmal rundherum liefen. Natürlich gab es Sicherungen, aber naja, Angst hatte ich dennoch. Ich bin halt ein Angsthase^^. Die Aussicht war aber grandios. Nur so richtig genießen konnte ich sie nicht. Der Abstieg war dann das schlimmste…

Nach dem Besuch der Kirche gingen wir zum Bahnhof um Fahrkarten für die Fahrt nach Tartu am Montag zu besorgen. Leider konnte die Verkäuferin kein Englisch und wir mussten versuchen ihr unser Anliegen auf Russisch näher zu bringen. Leider konnten wir am Tag vorher noch keine Karten kaufen. Allerdings gab sie uns den Tip, das wir dann mit dem Zug nach Valga fahren sollen und danach dann nach Riga mit dem Bus fahren sollen. Da wir aber schon Karten für den Bus von Tartu nach Riga hatten, erschien uns das überflüssig. Nachdem wir zu Mittag aßen, fuhren wir mit dem Bus in ein kleines Dorf am Ostseestrand etwa 20 Minuten außerhalb von Tallinn. Der Strand war toll, wir waren am Jachthafen, wo wir auch das Denkmal an die Olympischen Sommerspiele 1980 vorfanden. Am Strand war teilweise noch Eis, aber das störte nicht. Strand… „It’s not a holiday if you’re not at the sea“. Die Sonne schien, wäre es noch etwas wärmer gewesen, wäre es perfekt gewesen.

Abends kochten wir uns dann selbst das Essen im Hostel, essen gehen wäre uns auf Dauer zu teuer gewesen. Vor allem in Tallinn, ist leicht teurer als Riga. Danach machten wir uns Sangria selbst und spielten Karten, bevor wir uns dann auf den Weg ins Nachtleben machten. Dachten wir. Sonntagabend war Tallinn ausgestorben. Die Finnen und alle anderen Wochenendtouristen waren ausgeflogen. Wir fanden dann einen Irish Pub, in dem wir einen Baileys tranken und gingen dann nach Hause.

Montag gingen wir ruhiger an, wir liefen herum, kauften Karten und genoßen das Wetter. Nachmittags fuhren wir dann nach Tartu. Das Hostel dort fanden wir schnell, sehr cool und sehr studentisch. Wir gingen dann in die Stadt essen und was trinken, aber nicht feiern, da erstens Montag war und wir ja auch am Dienstag noch die Stadt besichtigen wollten. Das taten wir auch. Tartu ist eine typisch europäische, wunderschöne Studentenstadt. Ein bisschen wie Konstanz oder Heidelberg. Und die älteste Universitätsstadt im Baltikum. Auf jeden Fall ein Tipp, mittags setzten wir uns in ein etwas abseits gelegenes Cafe, das sehr alternativ (keine Tapete, altes zusammengesuchtes Möbiliar, alte Musik und ganz viel Schnick Schnack) und somit voll nach unserem Geschmack, nach der ganzen Schönheit, war.

Um die Anfangsfrage zu beantworten: Ja, ich hab schon Geld in Estland gelassen, seit der Euroeinführung ist es da einfach teurer geworden, aber das war erst der Anfang…Donnerstag und Freitag war ich mit Anke in Vilnius zum Shoppen. Resultat: Zwei Paar neue Schuhe (ich hab auch endlich mal neue gebraucht, mit den Winterboots kann man hier wirklich nicht mehr rumlaufen…), ein Rock und zwei Shirts. Jaja, Shoppingalarm. Natürlich haben wir uns auch Vilnius noch mal angeschaut. Durch das fantastische Frühlingswetter wirkte die barocke Schönheit noch viel besser.

Der Satz über die drei baltischen Hauptstädte: „Kennste eine, kennste alle.“ stimmt definitiv nicht. Das weiß ich spätestens seit dieser Woche, in der ich in allen drei zu Besuch war. Aber nach Riga kommen ist inzwischen schon fast wie nach Hause kommen.

Gestern waren Sandra und ich dann wiedervereinigt sie war mit Sergei von Dienstag bis gestern in Stockholm. Wir, also Sandra, Sergei, Kati, ein Kommilitone von Kati (ich glaub er hieß Thomas), Cynthia und ich, gingen abends Wein trinken und „Tapas“ essen. Naja, Tapas waren das keine aber was solls. Wir fanden dann auch noch eine nette andere Kneipe, wo wir Bier bzw. Cider tranken.

Heute fuhr ich mit Kati, Thomas, Cynthia, Magda, Anke und Franzi in den Mezapark, wo anlässlich des Osterfestes irgendwas veranstaltet werden sollte. So viel wussten wir. Es handelte sich mehr oder weniger um ein Kinderfest, war aber ganz nett. Und die Sonne war toll…

Später hab ich mir noch Bücher gekauft, da mein PC vollkommen spinnt und ich abends etwas Zerstreuung brauche… „Emma“ von Jane Austen, „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert und „Das Phantom der Oper“. Natürlich alles auf Englisch, der Harry Potter auf Russisch ist ganz schön anstrengend…

Nun wünsche ich euch allen noch einen schönen Ostermontag!!!!

Post scriptum: Natürlich hab ich viele Fotos gemacht, kann die aber nicht hochladen, da ich gerade an Antoñitos PC sitze…

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