Līgo, Līgo und viele Abschiede…

Noch 5 Nächte werde ich hier verbringen. Das ist soo komisch und mir ist das auch nicht immer wirklich bewusst. Es ist eigentlich so wie immer. Nur ohne die ganzen anderen. Außer Henni, die Montag geht und Anke ist keiner mehr da. Keine Sandra, keine Franzi, keine Italiener, keine Amis, keine Spanier, keine Franzosen, keine Norwegerinnen, keine Österreicher. Sie fehlen mir. Aber ich hab jetzt Jānis. Einen Löwen, in den sich Henni sofort verliebt hat. Von Narvesen, ich hab fleißig Punkte gesammelt 😉 .

Am 22. hatte Henrike Geburtstag. Es gab leckeren Erdbeerkuchen. Selbstverständlich selbstgebacken. Der Tag war sehr entspannt: Frühstück im Teehaus, bei mir abhängen, Sushi essen bei Gan Bei und Film schauen…

Vor einer Woche waren Līgo (23. Juni) und Jānis (24.Juni). Also Mittsommerfest und Johannisfest. Eigentlich fährt man dazu aufs Dorf, die Mädels binden sich Blumenkränze und alle Männer namens Jānis dürfen sich einen Eichenblattkranz binden und aufsetzen. Dann wird Bier un Hochprozentiges getrunken, mit Nachbarn gesungen und um die Jānifeuer getanzt, die dich beschützen sollen. Sie halten böse Geister fern, die in der Nacht von Līgo auf Jānis besonders gerne unterwegs sind, da in dieser Nacht die Grenze zwischen Dies-und Jenseits am kleinsten ist. Die Nacht wird deshalb auch durchgemacht und morgens, so verlangt es der Brauch, wird nackt schwimmen gegangen. Ach ja und Zēni und Meitenes (Jungs und Mädels) gehen nach dem gemeinsamen Sprung durchs Feuer in den Wald auf die Suche nach einer legendären Farnblüte, die nur einmal im Jahr, in dieser Nacht, um Mitternacht aufblüht. Leider hat sie noch keiner gefunden, die Geburtenrate Mitte März scheint aber besonders hoch zu sein… Achja, ein Grund, weshalb man heutzutage diese Blüte nicht mehr findet, liegt ja auch auf der Hand: Sommersonnenwende ist meines Wissens am 21. Juni und Mitternacht dank Zeitverschiebung um 01:00 Uhr früh. ;-). Aber man kann es sich ja schön reden.

Unsere Nacht war allerdings anderst. Nach einigem Hin und Her und langer Unentschlossenheit entschieden wir in Riga zu bleiben und da an das Volksfest zu gehen. Die Kränze haben wir uns dann auch gekauft und nicht selbst gebunden. Leider hatte die Blumenfrau nur einen und da ich die erste war, hatte zunächst nur ich einen Kranz. Henni und Anke besorgten sich aber später auch noch andere. Meiner war deutlich pinker :D. Eine Gruppe Asiatinnen war sooo begeistert von uns mit Kranz, dass wir mindestens 15 Minuten alleine, zusammen, zusammen mit jeder Einzelnen und so weiter fotografiert wurden. Mein Lächeln fror irgendwann ein…

Danach besorgten wir uns Bier (ich natürlich Cidre…da fällt mir ein, hab neulich in der Werbung gesehen, das Berentzen jetzt auch Cidre vertreibt, juhuu) und setzten uns ans Daugavaufer. Später kam dann Musiqq, wir natürlich fast ganz vorne mit dabei (wie erklär ich das nur zu Hause, dass ich soo auf eine Boyband steh, in meinem Alter). Sie haben auch ein paar fremde Lieder gecovert und ich muss sagen, würden sie mal mit einem schwedischen Produzenten oder so, meinetwegen auch RedOne, zusammenarbeiten, könnte da echt was draus werden. Emils kann nämlich super singen. Nach diesem Konzert wollten Anke und ich mal ein Klo aufsuchen, „verliefen“ uns aber über den Herderplatz auf den Domplatz. Da spielte mal wieder eine Jazzgruppe und man musste auch nicht so lange anstehen…Henni kam dann später auch nach und wir tranken dort noch was (Radler…). Danach kam Anke mit zu mir, wir wollten noch einen Film schauen (Notting Hill), schliefen aber beide ein…hoffentlich war es nach 3 und die Sonne schon wieder aufgegangen 😉 .

Der Tag danach war dann der Abschied von Froanzi…das war schon traurig. Sie ist ab nach Amsterdam zum Liebesurlaub mit Eike…Ich werd dich vermissen, tu ich jetzt schon (ja ich hab ‚tu‘ geschrieben Henni), du Durchgeknallte! Hoffentlich sieht man sich bald, du hast noch meinen Koffer ;-).

Samstag sind wir dann noch mal feiern gegangen, erst auf Kristinas Geburtstag, dann in die Aptieka, Shotcafé und Pulkvedis. Bis die Sonne schien ;-).

Dienstag war dann der Tag gekommen, an dem Sandra uns verließ, da hatte ich ganz schön einen Durchhänger. Es ist schon schön gewesen, dass ich wusste, dass sie immer da war. Aber wir sind ja bald reunited, wenn ich bei euch in die WG einziehe (Überraschung, Robert…;-))

Seit dem ist aber das Wetter wieder schöner, also knapp 30°, wobei ich zweifle, dass das einen Zusammenhang hat. Ich habe auch so langsam mal meine Heimfahrt geplant, bis Budapest ist auch schon gebucht. Meine Reiseroute sieht folgendermaßen aus: Riga-(über Nacht)-Warschau-Krakau(1Nacht)-Budapest (2Tage/3Nächte)-Bratislava(1 oder 2 Nächte) – Wien (0 oder 1 Nacht) – Innsbruck (hängt von Daniela ab)- LAUCHRINGEN. Ich freu mich schon wirklich. Auch wenn mir Riga sicher fehlen wird, aber da viele schon weg sind und ich meine Familie und Freunde zu Hause einfach gerne mal wieder sehen würde, ist es langsam Zeit zu gehen.

 

Wie Daniela sagte:

Es war gut, wie es war und es ist gut, wie es ist.

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