Sei nicht traurig…

…dass es vorbei ist. Freu dich, dass es passiert ist!

Die letzten Tage in Riga waren wirklich seltsam. Einerseits freute ich mich auf den Trip nach Krakau, Budapest, Wien und Innsbruck und das Nachhausekommen, andereseits sollten das schöne Erasmusleben, die Treffen mit meinen neuen Freunden und die ganzen anderen Sachen wie Ausflüge, Lettisch-Russisch-Englisch-Reden in Restaurants und im Alltag, die späten Sonnenuntergänge und so weiter endgültig vorbei sein. Aber die meiste Zeit hab ich diese Gedanken erfolgreich verdrängt…

Nachdem Sandra uns verlassen hatte, gingen Anke und ich erstmal ins Einkaufszentrum Spice und kauften uns Schals. Ich weiß es ist Sommer und so weiter, aber mein Hals ist empfindlich und Air Cons gibt’s heute ja überall… und das Design ist einmalig. Naja, mindestens zweimalig, aber was soll’s. Blau mit weißen und roten Mustern. Schön. Außerdem versuchten wir Musik und PS: Ich liebe dich auf Russisch zu finden. Beides mit mäßigem Erfolg.

Die anderen Tage vergingen wie im Flug und Montag sollte dann der Tag sein, an dem Henni uns verließ. Aber nicht ohne mit mir mein knapp 18kg Packet zur Post zu schleppen. Das war vielleicht instabil (gut, der Umzugskarton ist auch nur für 12 kg gemacht aber hey, ein bisschen Herausforderung schadet nicht…). Dort angekommen teilte die Postbeamtin auf Lettischrussisch mir mit, dass ich keine Flüssigkeit verschicken dürfe. Ich kramte also den Rīgas Melnais Balzams und die Nagellacke wieder raus. Das Packet hatte somit nur noch 17kg und nachdem Anke dann eingetroffen war um als Absender zu unterschreiben (in case anything happens, aber es ist schon angekommen…), gingen wir zum letzten Ma(h)l zu Gan Bei. Wenn ich so  drüber nachdenke, könnte ich grad los und Sushi essen gehen. Bin übrigens gerade in Budapest und von der Fahrt ziemlich geschlaucht (aber noch nicht müde, aber allein um kurz vor 12 noch mal los…ich warte lieber auf morgen und schlaf mich richtig aus…). Aber Hunger hätte ich schon.

Nun denn, also nachdem Henni dann weg war, ging ich nach Hause zurück um meine Sachen zu packen und zu Anke zu ziehen. Wie hätte ich auch alleine im Klusais Centrs zurückbleiben können…? Bepackt mit Sack und Pack auf die letzte Trolleybusfahrt in Riga. Die letzten Tage mit Anke waren schön, eigentlich wollten wir ja was arbeiten (Papers are still calling) aber danach stand uns wirklich nicht der Sinn =) Später ging es zur Abeschiedsfeier von Gianluca und Danilo, die besten Sizilianer der Welt…(und ich kenne mehr als diese zwei…;-)), wir waren sooo wenige, das war total ungewohnt…aber schön die restlichen Verbliebenen noch mal verabschieden zu können. Als Schlusszeremonie haben wir alle Flaschen, die auf den Küchenschränken von vorherigen Parties stehen geblieben sind, weggeräumt. War irgendwie symbolisch. Besonders wenn man in einer Stimmung ist, in der einem alles irgendwie nahe geht…

Mittwoch hab ich dann mein Konto bei der Swedbank gekündigt, Geld getauscht und noch ein paar Lati ausgegeben… Abends tranken wir einen Caipiroska zu Hause und sind dann noch mal ins Ala, eine letzte Portion ķiploku grauzdiņi und ein letztes mal (lettischen) Cider. Donnerstag ging ich in die Uni, danach aßen wir mit Philipp bei Lido und verbrachten Zeit im Park. Dann sind wir nach Hause, ich hab gepackt und dann ging’s los. Anke an die Uni-Abschlussveranstaltung ihrer Mitbewohnerin und ich an den Busbahnhof. Und da wurde ich schon traurig, wie ich alleine rum saß… Ich werde Riga und vor allem die Leute, die ich dort (näher) kennenlernen durfte, sehr vermissen und freue mich schon auf ein Wiedersehen!!!!!!!!!!!

Ach und worauf ich mich in Deutschland freue (abgesehen von meinen Freunden, meiner Familie und meiner Katze): Leitungswasser trinken können, Brezel und belegte Käsebrötchen, Kochen in einer voll ausgerüsteten Küche, mein Bett, Autofahren, deutsche Geschäfte und Läden… nur das mit dem Deutsch sprechen wird seltsam (nicht im Freundeskreis aber im öffentlichen Leben, also Läden, Transportwesen und so weiter…und vor allem: jeder versteht, was man sagt, kein öffentliches Lästern, keine secret language mehr…)

Und wie gesagt, auch wenn ich ihn erst jetzt veröffentliche, eigentlich habe ich den Artikel schon in Budapest geschrieben…also am 10.07.2011 oder so…. 😀

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